Diese Anrufe und Mails sind Betrug – so erkennst du sie
Wenn dich jemand unaufgefordert anruft und Zugriff auf deinen Computer möchte, ist das immer ein Betrugsversuch – Microsoft und andere Hersteller rufen Privatleute nicht an. Dasselbe gilt für Warnfenster, die eine Telefonnummer anzeigen: Das Fenster ist die Betrugsmasche, nicht die Warnung vor ihr.
Die drei häufigsten Maschen
1. Der Anruf vom „Microsoft-Support“
Jemand ruft an, spricht Englisch oder gebrochenes Deutsch, und erklärt, auf deinem Computer sei ein Virus gefunden worden. Man wolle das gemeinsam beheben – du müsstest nur ein kleines Programm installieren.
Dieses Programm gibt dem Anrufer die volle Kontrolle über deinen Rechner. Danach wird entweder Geld für eine angebliche Reparatur verlangt oder es werden gleich Bankdaten abgegriffen. Microsoft ruft niemals unaufgefordert bei Privatleuten an. Leg einfach auf – du musst nicht höflich bleiben und dich nicht erklären.
2. Das Warnfenster mit Telefonnummer
Beim Surfen öffnet sich plötzlich ein rotes Fenster: „Ihr Computer ist infiziert! Rufen Sie sofort diese Nummer an." Oft mit Sirenenton und einem Zähler, der herunterläuft.
Kein echtes Schutzprogramm der Welt fordert dich auf, irgendwo anzurufen. Diese Fenster sind reine Panikmache. Schließe das Fenster oder starte den Computer neu – meistens ist danach nichts passiert.
3. Die gefälschte Paket- oder Rechnungsmail
Eine Mail oder SMS meldet ein Paket, das nicht zugestellt werden konnte, oder eine offene Rechnung. Es gibt Zeitdruck und einen Link. Wer klickt, landet auf einer nachgebauten Seite und gibt dort Daten ein.
Woran du Fälschungen erkennst
Es gibt ein paar Muster, die fast immer zutreffen. Unpersönliche Anrede statt deines Namens. Zeitdruck und Drohungen: Konto wird gesperrt, Gebühren fallen an, nur noch heute. Eine Absenderadresse, die auf den ersten Blick passt, bei genauem Hinsehen aber nicht.
Und der wichtigste Punkt: Seriöse Unternehmen verlangen niemals per Mail oder Telefon Passwörter, PIN oder TAN. Keine Bank, kein Paketdienst, kein Softwarehersteller.
Die einfachste Regel
Reagiere nie über den Weg, über den die Nachricht kam. Wenn deine Bank angeblich schreibt, ruf die Bank unter der Nummer an, die auf deiner Karte oder auf dem Kontoauszug steht – nicht unter der aus der Mail. Wenn ein Paketdienst schreibt, geh direkt auf dessen Seite.
Das kostet dreißig Sekunden und schützt zuverlässiger als jedes Programm.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
Falls du jemandem Zugriff auf den Computer gegeben hast: Trenne das Gerät vom Internet. Wenn Bankdaten im Spiel waren oder Geld überwiesen wurde, informiere sofort deine Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei. Das ist der erste Schritt, noch vor der Technik.
Danach gehört der Rechner geprüft: Fernwartungsprogramme müssen runter, Passwörter geändert werden. Und ganz wichtig: Es ist niemandem peinlich zu sein. Diese Maschen sind professionell gemacht und treffen auch technisch versierte Leute.
Im Kreis Viersen
Betrugsanrufe treffen ältere Menschen besonders oft. Wenn dir etwas komisch vorkommt: lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig. Ein kurzer Anruf bei mir kostet 34 € – ein Betrugsfall kostet deutlich mehr.
Häufige Fragen
Ruft Microsoft wirklich nie an?
Nein, nie unaufgefordert bei Privatpersonen. Jeder solche Anruf ist ein Betrugsversuch, unabhängig davon, wie überzeugend die Person klingt.
Auf meinem Bildschirm steht, ich sei infiziert. Ist das echt?
Wenn eine Telefonnummer dabeisteht: sicher nicht. Echte Schutzprogramme verlangen nie, dass du irgendwo anrufst. Ruf die Nummer auf keinen Fall an.
Ich habe auf einen Link geklickt. Ist jetzt alles verloren?
Meist nicht. Gefährlich wird es erst, wenn du danach Daten eingegeben oder etwas installiert hast. Wenn du unsicher bist, lass den Rechner prüfen.
Brauche ich ein teures Virenprogramm zum Schutz?
In den meisten Fällen nicht. Der in Windows eingebaute Schutz reicht für normale private Nutzung aus, wenn er richtig eingerichtet ist. Wichtiger als Software ist, die Maschen zu kennen.
Passend dazu
Geschrieben von Manuel Forche
Inhaber von Technikhilfe Viersen. Ich helfe Privatpersonen im Kreis Viersen bei Computer, WLAN, Drucker und Handy – zu Hause, am Telefon oder per Fernwartung. Mehr über mich
Kommt dir etwas verdächtig vor?
Lieber einmal zu viel fragen. Ruf an – oft ist es in fünf Minuten geklärt.