Wenn dich jemand unaufgefordert anruft und Zugriff auf deinen Computer möchte, ist das immer ein Betrugsversuch – Microsoft und andere Hersteller rufen Privatleute nicht an. Dasselbe gilt für Warnfenster, die eine Telefonnummer anzeigen: Das Fenster ist die Betrugsmasche, nicht die Warnung vor ihr.
Jemand ruft an, spricht Englisch oder gebrochenes Deutsch, und erklärt, auf deinem Computer sei ein Virus gefunden worden. Man wolle das gemeinsam beheben – du müsstest nur ein kleines Programm installieren.
Dieses Programm gibt dem Anrufer die volle Kontrolle über deinen Rechner. Danach wird entweder Geld für eine angebliche Reparatur verlangt oder es werden gleich Bankdaten abgegriffen. Microsoft ruft niemals unaufgefordert bei Privatleuten an. Leg einfach auf – du musst nicht höflich bleiben und dich nicht erklären.
Beim Surfen öffnet sich plötzlich ein rotes Fenster: „Ihr Computer ist infiziert! Rufen Sie sofort diese Nummer an." Oft mit Sirenenton und einem Zähler, der herunterläuft.
Kein echtes Schutzprogramm der Welt fordert dich auf, irgendwo anzurufen. Diese Fenster sind reine Panikmache. Schließe das Fenster oder starte den Computer neu – meistens ist danach nichts passiert.
Eine Mail oder SMS meldet ein Paket, das nicht zugestellt werden konnte, oder eine offene Rechnung. Es gibt Zeitdruck und einen Link. Wer klickt, landet auf einer nachgebauten Seite und gibt dort Daten ein.
Es gibt ein paar Muster, die fast immer zutreffen. Unpersönliche Anrede statt deines Namens. Zeitdruck und Drohungen: Konto wird gesperrt, Gebühren fallen an, nur noch heute. Eine Absenderadresse, die auf den ersten Blick passt, bei genauem Hinsehen aber nicht.
Und der wichtigste Punkt: Seriöse Unternehmen verlangen niemals per Mail oder Telefon Passwörter, PIN oder TAN. Keine Bank, kein Paketdienst, kein Softwarehersteller.
Reagiere nie über den Weg, über den die Nachricht kam. Wenn deine Bank angeblich schreibt, ruf die Bank unter der Nummer an, die auf deiner Karte oder auf dem Kontoauszug steht – nicht unter der aus der Mail. Wenn ein Paketdienst schreibt, geh direkt auf dessen Seite.
Das kostet dreißig Sekunden und schützt zuverlässiger als jedes Programm.
Falls du jemandem Zugriff auf den Computer gegeben hast: Trenne das Gerät vom Internet. Wenn Bankdaten im Spiel waren oder Geld überwiesen wurde, informiere sofort deine Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei. Das ist der erste Schritt, noch vor der Technik.
Danach gehört der Rechner geprüft: Fernwartungsprogramme müssen runter, Passwörter geändert werden. Und ganz wichtig: Es ist niemandem peinlich zu sein. Diese Maschen sind professionell gemacht und treffen auch technisch versierte Leute.
Betrugsanrufe treffen ältere Menschen besonders oft. Wenn dir etwas komisch vorkommt: lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig. Ein kurzer Anruf bei mir kostet 34 € – ein Betrugsfall kostet deutlich mehr.
Nein, nie unaufgefordert bei Privatpersonen. Jeder solche Anruf ist ein Betrugsversuch, unabhängig davon, wie überzeugend die Person klingt.
Wenn eine Telefonnummer dabeisteht: sicher nicht. Echte Schutzprogramme verlangen nie, dass du irgendwo anrufst. Ruf die Nummer auf keinen Fall an.
Meist nicht. Gefährlich wird es erst, wenn du danach Daten eingegeben oder etwas installiert hast. Wenn du unsicher bist, lass den Rechner prüfen.
In den meisten Fällen nicht. Der in Windows eingebaute Schutz reicht für normale private Nutzung aus, wenn er richtig eingerichtet ist. Wichtiger als Software ist, die Maschen zu kennen.
Lieber einmal zu viel fragen. Ruf an – oft ist es in fünf Minuten geklärt.